Serie „Night on Earth“

Die Serie „Night on Earth“ entstand 2008 und 2009 und zeigt größtenteils Orte im Ruhrgebiet. Sie dokumentiert urbane Räume, die gestalterisch oder städtebaulich oft wenig Beachtung finden: Hinterhöfe, Baustellen, Abstellflächen – die Rückseiten der Städte. 

Mein Interesse galt jedoch nicht nur der dokumentarischen Qualität, sondern auch den spezifischen Eigenschaften des Mediums Fotografie. Bei Nacht ist Licht rar, aber essenziell für fotografische Aufnahmen. Durch diese Reduktion verwandeln sich die unscheinbaren Orte in zentrale Bühnenbilder, die wie Filmszenen wirken. Es entsteht das Gefühl, dass die Geschichte jeden Moment weitererzählt werden könnte. 

Die abgebildeten Objekte treten im Bild in neue Beziehungen zueinander. Sie agieren nicht mehr nur als das, was sie in der Realität sind, sondern werden Teil einer neu definierten Bildfläche. So wird der Ort zur Komposition – sichtbar ist letztlich ein Raum, der in dieser Form nie existiert hat.